Rund 120 Teilnehmende, etwa 20 Vorträge und fünf ausstellende Unternehmen – die Tagung 2026 widmete sich strukturstabilen Substraten, Pflanzenkohle, Monitoring und der Messbarkeit urbaner Ökosystemleistungen.
Am 25. und 26. März 2026 fand an der Hochschule Geisenheim University die Black2GoGreen Tagung unter dem Titel „Measuring Urban Resilience – Substrates, Monitoring and Ecosystem Services“ statt. Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen erkannte die Veranstaltung mit 8 Fortbildungspunkten pro Tag (insgesamt 16 Punkte) an. Sie richtete sich an Fachleute aus Planung, Forschung und Praxis.
Rund 120 Teilnehmende, etwa 20 Vorträge und fünf ausstellende Unternehmen kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen der klimaresilienten Stadtentwicklung auszutauschen. Im Fokus standen strukturstabile Substrate, Pflanzenkohle, Monitoringansätze und die Frage, wie urbane Ökosystemleistungen messbar und vergleichbar werden.
Die Vorträge deckten ein breites Spektrum ab – von den Grundlagen urbaner grüner Infrastruktur über Biodiversität und Klimaanpassung bis zu großen Transformationsprojekten und konkreten Umsetzungsstrategien in Städten. Ergänzt wurde dies durch aktuelle Forschung zu Wurzelraum, Wasserspeicherung, Retentionssystemen und digitalen Methoden wie Remote Sensing.
Neben den Inhalten stand der Austausch im Vordergrund: Die Tagung bot Raum für Diskussion, Vernetzung und offene Gespräche zwischen Disziplinen und Perspektiven. Die Tagung 2026 markierte zugleich den Abschluss der im Rahmen der BMUKN-Förderung organisierten Veranstaltungsreihe.










Programm
Mittwoch, 25. März 2026
ab 8:00 Get-together · 08:45–09:00 Begrüßung und Einführung: Black2GoGreen – Prof. Dr. Claudia Kammann
Themenblock 1 – Urbane grüne Infrastruktur: Grundlagen, Rahmen und Strategien
09:00–09:30 · Dr. Clemens Heidger: Bäume in Stadtstraßen – Grundlagen und frühe Erfahrungen als Ausgangspunkt heutiger Systeme

Der Vortrag stellte Ergebnisse eines langjährigen Forschungsvorhabens zur Optimierung von Wurzel- und Standraum von Stadtbäumen vor. Zentrale Erkenntnis: Nicht Wassermangel, sondern mangelnde Bodenbelüftung begrenzt das Wurzelwachstum. Durch gezielte Belüftung lässt sich die Wurzelentwicklung horizontal und vertikal steuern und in tiefere Bodenschichten lenken. Bautechnische Maßnahmen können die Wurzelarchitektur gezielt beeinflussen, Schäden an der Infrastruktur verringern und die Vitalität der Bäume verbessern; der unterirdische Raum im Straßenquerschnitt lässt sich aktiv als durchwurzelbarer Standort nutzen. Für die Praxis heißt das: Relativ einfache Maßnahmen wie Belüftungsgräben oder Tiefenbelüftung verbessern Standfestigkeit und langfristige Entwicklung von Straßenbäumen und senken Pflege- und Folgekosten, weil die Bäume früher tiefere Bodenschichten erschließen und sich selbst mit Wasser versorgen.
09:30–10:00 · Dr. Denise Heike Böhnke: Mapping und Bewertung von Ökosystemleistungen

Der Vortrag zeigte Ansätze, Ökosystemleistungen im urbanen Raum als Grundlage für klimaangepasste Planung zu erfassen und zu bewerten – über messbare Indikatoren wie Versiegelung, Verdunstung, Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung. Im Mittelpunkt steht eine GIS-basierte Methodik auf Grundlage detaillierter Biotop- und Baumkartierung, die bewusst für die kommunale Praxis anwendbar ist. Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung von Stadtgrün für Mikroklima und Lebensqualität: Die Beschattung durch Bäume verringert die thermische Belastung und hilft, Hitze-Hotspots zu identifizieren. Zudem wird das Potenzial zur CO₂-Speicherung sichtbar – allein die untersuchten Stadtbäume binden rund 465.000 kg CO₂.
10:00–10:30 · Prof. Dr. Thomas Rötzer: Wachstum, Wasserverfügbarkeit und Ökosystemleistungen von Stadtbäumen

Auf Basis simulationsgestützter Untersuchungen analysierte der Vortrag, wie sich Bewässerung und Entsiegelung an stark versiegelten Standorten auf Wachstum, Kühlleistung und Wasserhaushalt von Stadtbäumen auswirken. Bewässerung steigert den Biomassezuwachs (+125 %) und die transpirative Kühlleistung (+43 %) deutlich, verringert aber den Oberflächenabfluss nicht. Entsiegelung wirkt deutlich stärker: Biomassezuwachs (+176 %) und Kühlleistung (+97 %) steigen, der Oberflächenabfluss sinkt (−31 %). In Landnutzungsszenarien sinkt der Abfluss mit abnehmender Versiegelung stark (bis zu −90 %), während die Verdunstung zunimmt. Entsiegelung und bodenstrukturelle Maßnahmen sind daher zentral für eine langfristig wirksame Klimaanpassung; Bewässerung ist eine ergänzende Maßnahme.
Themenblock 2 – Pflanzen, Biodiversität und Klimaanpassung im urbanen Raum
11:00–11:30 · Klaus Körber: Klimabäume und Biodiversität im urbanen Wandel

Untersuchungen zur Biodiversität auf Stadtbäumen zeigen, dass heimische wie gebietsfremde Arten Lebensräume für zahlreiche Arthropoden bieten. Erfasst wurden über 90.000 Individuen aus 17 Insektenordnungen sowie Spinnen; zudem wurden 57 Wildbienenarten nachgewiesen, die auf allen untersuchten Baumarten vorkommen. Arten der Roten Liste wurden ausschließlich auf bestimmten gebietsfremden Bäumen gefunden. Mischpflanzungen aus verschiedenen Baumarten erhöhen die Biodiversität und stärken die Resilienz urbaner Systeme. Strukturreiche Grünstreifen und ein kontinuierliches Blütenangebot fördern die Insektenvielfalt; eine Konkurrenz zwischen Wild- und Honigbienen ließ sich bei ausreichendem Nahrungsangebot nicht nachweisen.
11:30–12:00 · Axel Heinrich: Pflanzenverwendung für die Schwammstadt – urbane Vegetationssysteme

12:00–12:30 · Thomas Roth: Wurzelarchitektur und Kronenleistung: Sichtung von Stadtbaumarten im Schwammstadt-System

Stadtbäume stehen durch Hitze, Trockenheit und begrenzten Wurzelraum zunehmend unter Druck. Viele klassische Baumstandorte bieten weder ausreichend Wasser noch Luft im Boden, was Wachstum, Vitalität und Lebensdauer einschränkt. Im Mittelpunkt steht das Schwammstadtprinzip: Strukturstabile Substrate und mineralische Tragschichten schaffen einen durchwurzelbaren, belüfteten und zugleich wasserspeichernden Untergrund. Niederschlagswasser wird vor Ort gespeichert, verteilt und den Bäumen verfügbar gemacht – das verbessert den Wasserhaushalt und entlastet die Kanalisation. Begleitende Untersuchungen mit Lysimetern, Dendrometern und Chlorophyllmessungen zeigen eine gute bis sehr gute Entwicklung der Bäume und eine zunehmende Nutzung des gespeicherten Bodenwassers in Trockenperioden. Unterschiede zwischen Standorten und Baumarten werden sichtbar, ohne dass sich bisher eindeutige „Verlierer“ abzeichnen. Entscheidend ist die Kombination aus geeignetem Baumartenportfolio und angepassten Substratsystemen.
Themenblock 3 – Großprojekte und systemische Transformation
14:00–14:30 · Sofia Eskilsdotter: Slussen Stockholm – Transformation eines urbanen Megaprojekts unter Klima-, Wasser- und Infrastrukturzwängen

Im Zentrum Stockholms entsteht mit Slussen eine der komplexesten städtebaulichen Transformationen der Gegenwart. Der ehemals verkehrsdominierte Knotenpunkt wird schrittweise zu einem vielfältigen Stadtraum umgebaut, der Mobilität, Aufenthaltsqualität und Freiraumgestaltung verbindet. Neben der Neuordnung der Verkehrsströme steht die Anpassung an den Klimawandel im Fokus: Der Umbau verbessert die Wasserregulierung des Mälarsees, verringert Hochwasserrisiken und sichert langfristig die Trinkwasserversorgung. Neue Plätze und Freiräume wie das Vattentorget, Södermalmstorg und Katarinaparken verbinden urbanes Leben, Erholung und Begegnung und schaffen neue Beziehungen zwischen Stadt und Wasser.
14:30–15:00 · Jörg Jaroszewski: Be- und Entwässerung mit Baumrigolen – Projekt der Stadt Stein

Im Wohngebiet Stein wird Regenwasser nicht mehr in den Kanal geleitet, sondern bleibt vor Ort und versickert über Baumrigolen. So konnte der bestehende Mischwasserkanal unverändert bleiben. Die Baumrigolen nehmen Wasser von Straßen und Wegen auf, reinigen es und speichern es im Substrat, wo es den Bäumen zur Verfügung steht. Insgesamt werden rund 5.500 m² Verkehrsflächen entwässert. Das System ist von außen kaum sichtbar, verändert aber grundlegend den Umgang mit Regenwasser: Statt Ableitung steht Nutzung im Vordergrund.
15:30–16:00 · Anna Yukelson: Wassersensible Platzplanung am Homburger Damm

Am Homburger Damm in Frankfurt wird ein bisher getrennter, wenig genutzter Raum zu einem zusammenhängenden Platz umgebaut. Ausgangspunkt waren versiegelte Flächen, ein alter Spielplatz und Probleme mit Starkregen auf lehmigen Böden. Durch Entsiegelung, neue Baumpflanzungen und große Grünbeete entsteht ein Ort, der genutzt und wahrgenommen wird: 14 neue Bäume werden gepflanzt und rund 150 m² Fläche entsiegelt. Das Regenwasser wird gezielt in die Grünflächen geleitet, dort zurückgehalten und den Pflanzen zur Verfügung gestellt. Die Oberfläche ist so modelliert, dass Wasser in abgesenkte Bereiche fließt und kurzfristig gespeichert wird; ergänzend nehmen unterirdische Retentionsräume Wasser auf und geben es zeitverzögert ab.
16:00–16:30 · Robert Kreißl: FFM Green City – Stadtgrün zwischen Strategie und Umsetzung

Mit dem Projekt NEWS wird in Frankfurt ein neuer Umgang mit Bewässerung erprobt: Statt nach Erfahrung wird auf Basis von Messdaten gearbeitet. Bodensensoren erfassen Feuchte und Wasserspannung in verschiedenen Tiefen und zeigen, wie viel Wasser den Pflanzen tatsächlich zur Verfügung steht. Kombiniert mit Wetter- und Standortinformationen entstehen konkrete Empfehlungen, wann und wie viel bewässert werden soll. Erste Anwendungen im Palmengarten zeigen, dass Wasser gezielter eingesetzt und unnötige Bewässerung vermieden werden kann. Perspektivisch soll die Bewässerung teilweise automatisiert werden.
Anschließend: Kurzvorstellungen („Wir stellen vor …“), Podiums- und Plenumsdiskussion sowie ein Rundgang mit Besichtigung des FACE-Experiments und des Agri-PV-Reallabors für Weinbauforschung (Prof. Dr. Claudia Kammann).
Donnerstag, 26. März 2026
Themenblock 4 – Wurzelraum, Substrate und Langzeiterkenntnisse
09:00–09:30 · Dr. Jürgen Kutscheidt: Mykorrhizaanwendungen zur Pflanzung und zur Baumsanierung

Mykorrhiza beschreibt die enge Verbindung zwischen Pilzen und Baumwurzeln, von der beide Partner profitieren. Je nach Baumart treten unterschiedliche Formen auf, die an der Wurzeloberfläche ansetzen oder in die Wurzelzellen eindringen. Dadurch verbessert sich die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen, und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenstress, Schadstoffen und Krankheiten steigt. Für die Praxis ist die Auswahl geeigneter Pilzpartner entscheidend: Nicht jede Kombination wirkt, und Mischungen können sich gegenseitig hemmen. Erfahrungen zeigen, dass sich Wachstum, Vitalität und Überlebensrate von Bäumen deutlich verbessern können. Mykorrhiza ist aber kein Ersatz für geeignete Standorte oder Substrate, sondern wirkt nur in Kombination mit funktionierenden Bodenverhältnissen.
09:30–10:00 · Dr. Katharina Weltecke: Bewässerungsbedarf und Wasserhaltevermögen von Substraten

Wasser ist im städtischen Raum oft der begrenzende Faktor für das Wachstum von Bäumen. Was auf dem Papier nach ausreichender Speicherkapazität aussieht, zeigt sich im Alltag anders: Ein großer Teil des Wassers bleibt für die Pflanzen unerreichbar, während ihr Bedarf in warmen Perioden deutlich höher liegt, als Niederschläge nachliefern. Klassische Anforderungen und Kennwerte greifen zu kurz, wenn sie nicht unter realen Bedingungen gedacht werden. Entscheidend ist nicht, wie viel Wasser theoretisch gespeichert werden kann, sondern wie viel davon im Wurzelraum ankommt und verfügbar bleibt. Daraus folgt, Substrate bewusster zu entwickeln, ihre Kennwerte verständlicher zu machen und die Bewässerung daran anzupassen.
10:00–10:30 · Damian Jörren: Sanierung verdichteter Baumstandorte mit Drucklanzen

Die Präsentation zeigte die TFI-Methode zur Sanierung verdichteter Baumstandorte mittels Druckluftinjektion. Verdichtete Böden werden gezielt aufgelockert und ein speziell entwickeltes organisch-mineralisches Substrat wird eingebracht; das verbessert Bodenbelüftung, Wasserinfiltration und Wurzelentwicklung. Anhand zahlreicher Projekte wurde gezeigt, dass sich Vitalität, Stabilität und Lebensdauer der Bäume erhöhen und Funktionen wie Wasserspeicherung, Schadstoffbindung und CO₂-Bindung gestärkt werden. Die Methode kann als Baustein einer „Schwammstadt light“ verstanden werden.
Themenblock 5 – Forschung, Monitoring und digitale Methoden
11:00–11:30 · Dr. Thilo Wellmann: Remote Sensing und digitale Modelle für resiliente Stadtlandschaften

Fernerkundung und digitale Modelle zeigen Stadtlandschaften als dynamische Räume, in denen sich Klima, Nutzung und Vegetation ständig verändern. Gleichzeitig wird deutlich, wie lückenhaft das Monitoring vielerorts ist – besonders bei Extremereignissen und langfristigen Veränderungen. Anhand multispektraler Satellitendaten wurde gezeigt, wie sich Stadtvegetation differenziert erfassen lässt: Unterschiede in der Verteilung von Grün, Fragen der Zugänglichkeit und Veränderungen über Jahrzehnte werden greifbar. Vegetationsindizes machen Zusammenhänge zwischen Trockenstress und Baumvitalität sichtbar und erlauben vergleichbare Auswertungen auf Einzelbaum- und Stadtebene.
11:30–12:00 · Dr. Tobias Leichtle: Monitoring urbaner Grünsysteme

Fernerkundung ermöglicht es, urbanes Grün flächendeckend und vergleichbar zu erfassen – auf öffentlichen wie privaten Flächen. Auf Basis hochaufgelöster Satelliten- und Luftbilddaten werden Stadtbäume einzeln kartiert, ihre Kronenfläche, Höhe und Verteilung bestimmt und in Beziehung zur Landnutzung gesetzt. Darauf aufbauend lassen sich Baumarten klassifizieren. Prozessbasierte Modelle schätzen Ökosystemleistungen wie Biomasseaufbau, Wasserhaushalt und Kühlwirkung räumlich differenziert ab. Zudem werden Methoden zur Vitalitätsbewertung entwickelt, die Luftbilder, Satellitendaten und KI-gestützte Auswertungen kombinieren.
12:00–12:30 · Stefan Stevanović: Erfahrungen mit strukturstabilen (Stadtbaum-)Substraten

Strukturstabile Baumsubstrate werden auf Versuchsflächen und in Projekten in Zürich unter realen Bedingungen untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie überbaubare Standorte aufgebaut sein müssen, damit sie trotz Verdichtung ausreichend Wasser, Luft und durchwurzelbaren Raum bieten. Verglichen werden verschiedene Substratmischungen und Aufbauvarianten hinsichtlich Pflanzenwachstum, Bodenfeuchte und Wurzelentwicklung. Geprüft wird auch, ob Materialien wie Lavalit als Alternative zu etablierten Komponenten funktionieren und welche Bedeutung mehrschichtige Systeme im Wurzelraum tatsächlich haben. Erfahrungen aus der Umsetzung von Schwammstadt-Ansätzen ergänzen die Ergebnisse – einschließlich der praktischen Herausforderungen beim Einbau.
Themenblock 6 – Substrate, Pflanzenkohle und funktionale Bodensysteme
14:00–14:30 · Dr. Nikolas Hagemann: Experimentelle Pflanzenkohle-Substrate

Pflanzenkohle ist ein vielseitiger Bestandteil von Substraten, dessen Wirkung stark vom Einsatzkontext abhängt. Ihre physikalische und chemische Struktur kann Wasser- und Nährstoffrückhalt, Porosität und mikrobielles Bodenleben beeinflussen; sie wird daher gezielt dort eingesetzt, wo im System Limitierungen bestehen. Der Vortrag stellte unterschiedliche Ansätze gegenüber – von klassischen Mischungen mit Kompost bis zu experimentellen Systemen, in denen Pflanzenkohle ohne organische Zuschläge eingesetzt und über Flüssigdüngung aktiviert wird. Entscheidend für das Pflanzenwachstum ist vor allem die Kombination mit geeigneten Nährstoff- und Mikroorganismenquellen. Praxisbeispiele waren die Beimischung von Pflanzenkohle zum Aushub als „Vor-Ort-Substrat“, die Tiefenlockerung verdichteter Böden und der Einsatz in Hanglagen zur Verbesserung der Wasserverfügbarkeit.
14:30–15:00 · Dr. Esther Jaekel: Pflanzenkohle als urbane C-Senke

Pflanzenkohle wurde als Baustein einer urbanen Kohlenstoffsenke betrachtet, der über klassische Anwendungen im Boden hinausgeht. Ausgangspunkt ist die Pyrolyse, bei der Biomasse in stabile Kohlenstoffformen überführt wird. Neben der Nutzung in Substraten und Böden ging es um die Integration in technische Infrastruktur: Am Beispiel von Asphalt wurde gezeigt, wie Pflanzenkohle als Zusatzstoff Emissionen verringern und zugleich Kohlenstoff dauerhaft speichern kann. Pilotprojekte zeigen das Potenzial, aber auch die Anforderungen an Materialqualität, Normierung und Zertifizierung.
15:00–15:30 · Dr. Jonathan Heubes: Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz für klimaresiliente Stadtentwicklung

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ist ein zentrales Förder- und Maßnahmenprogramm der Bundesregierung zur Stärkung von Ökosystemen als Kohlenstoffsenken. Es umfasst 10 Handlungsfelder und 69 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 4,5 Mrd. € und läuft von 2023 bis 2029. Natürlicher Klimaschutz bedeutet die Wiederherstellung und Nutzung intakter Ökosysteme, die CO₂ aufnehmen und langfristig speichern – mit Synergien für Klimaanpassung, Biodiversität, Gesundheit und Lebensqualität. Für Kommunen sind insbesondere Förderprogramme wie KfW 444 relevant, die Entsiegelung, Baumpflanzungen, naturnahe Grünflächen und Regenwassermanagement unterstützen. Das Programm wird derzeit weiterentwickelt, mit stärkerem Fokus auf Wälder, Moore und Böden.
Zum Abschluss: Plenumsdiskussion sowie Abschluss der Konferenz und Verabschiedung des Black2GoGreen-Teams.

