Hand im Arbeitshandschuh hält eine Substratprobe mit mineralischen Körnern und Pflanzenkohle

Projekt

Vergleich urbaner Baumsubstrate

Ein Containerversuch an der Hochschule Geisenheim University

Ausgangspunkt und Rahmen

Untersucht wird, wie sich unterschiedliche, am Markt verfügbare Baumsubstrate mit Pflanzenkohle unter vergleichbaren Bedingungen verhalten. Die Arbeit ist als Containerexperiment angelegt und wurde mit Jungbäumen der Art Carpinus betulus (Hainbuche) durchgeführt. Alle Bäume stammen aus der Baumschule der Hochschule Geisenheim University (HGU) und wurden nicht wurzelnackt, sondern mit erhaltenem Wurzelballen aus der Baumschulproduktion gepflanzt.

Gepflanzt wurde in standardisierte 90-Liter-Container. So hatten alle Varianten das gleiche Substratvolumen und einen vergleichbaren Wurzelraum.

Mehrere Big Bags mit Substrat auf Paletten auf der Versuchsfläche
Ein Teil der gelieferten Substrate in Big Bags auf der Versuchsfläche

Versuchsaufbau

Insgesamt wurden elf Substrate eingesetzt: konventionelle Baumschulsubstrate, kommerzielle Baumsubstrate mit Pflanzenkohle sowie mineralisch geprägte Mischungen und Eigenmischungen. Zwei Substrate dienen als Kontrolle: ein Baumschulsubstrat (Corthum BBS) und ein klassisches Stadtbaumsubstrat (Darmstadt).

Pro Substrat wurden in der Regel drei Wiederholungen mit jeweils zwei Bäumen pro Container angelegt. Die Container wurden zufällig angeordnet und im Verlauf des Versuchs erneut randomisiert. Bewässert wurde manuell zweimal pro Woche, unter gleichen Bedingungen für alle Varianten.

Eingesetzte Substrate

Die Angaben entsprechen den Informationen der Hersteller bzw. der dokumentierten Eigenmischungen.

  • Corthum BBS (Kontrolle): konventionelles Baumschulsubstrat auf Basis von Weißtorf, Rindenhumus, Ton und Sand, optional mit Kiefernrinde; aufgedüngt mit Osmocote (8–9 Monate).
  • Darmstadt Baumsubstrat (Kontrolle): mineralisches Stadtbaumsubstrat aus Tonschiefer, Lava, Gesteinskörnung und Sand; häufig in urbanen Pflanzungen eingesetzt.
  • Corthum Baumsubstrat A: kommerziell verfügbares Vegetationssubstrat mit 10 Vol.-% Pflanzenkohle (EBC); nicht für bauliche Anwendungen vorgesehen.
  • Klimafarmer Baumsubstrat: 85 % FLL-Baumsubstrat und 15 % Klimafarmer®-Pflanzenkohle; die Pflanzenkohle wird aus unbehandeltem Holz aus regionalen Wäldern hergestellt.
  • Knapkon Baumsubstrat: kommerziell verfügbares Baumsubstrat für bauliche Anwendungen mit 12 % Pflanzenkohle.
  • Carbuna: kommerziell verfügbares Substrat; Zusammensetzung gemäß Herstellerangaben.
  • Sonnenerde Baumsubstrat (Mischung 50 % / 50 %): 50 % Bio-Schwarzerde (mit Pflanzenkohleanteil) und 50 % überbaubares Baumsubstrat. Das Baumsubstrat für bauliche Anwendungen besteht aus organischer Schwarzerde und mineralischen Komponenten, unter anderem Kompost, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl, Ziegelbruch, Sand und Hornspänen.
  • Zürich A2: mineralisches Mischsubstrat aus Gesteinskörnung, Sand, Blähton, Oberboden und konditionierter Pflanzenkohle (EBC); Eigenmischung nach dem Zürcher System.
  • Vulkatec RDX Premium: mineralisches Substrat auf Basis vulkanischer Gesteine (u. a. Augit, Olivin, Magnetit, Limonit, Biotit) mit Tonmineralen und pflanzenbasierter Pflanzenkohle; als Bodenverbesserer deklariert.
  • HGU-Kompost-Mischung: Eigenmischung aus 50 % Pflanzenkohle, 25 % Kompost und 25 % Miscanthus.
  • Stockholm-Mischung: Eigenmischung aus 75 % Splitt 2/6 mm und 25 % einer Mischung aus Pflanzenkohle und Kompost (50 %/50 %).
Junge Hainbuchen in Kunststoffcontainern auf Paletten im Versuchsfeld
Übersicht über den Versuchsaufbau mit mehreren Substratvarianten in Containern

Messungen

Während der Vegetationsperiode wurde der Zustand der Bäume regelmäßig erfasst, unter anderem durch Messungen des Blattchlorophyllgehalts, der Transpirationsrate und der stomatären Leitfähigkeit. Gemessen wurde wöchentlich im gleichen Zeitfenster.

Parallel dazu wurden die Substrate im Labor analysiert, unter anderem auf pH-Wert, Salzgehalt, Lagerungsdichte und ausgewählte Nährstoffparameter – zu Beginn des Experiments und am Ende des Untersuchungszeitraums.

Einordnung

Der Versuch soll kommerziell verfügbare Substrate mit Pflanzenkohle unter kontrollierten Bedingungen vergleichbar machen. Verglichen werden die Substrate anhand ihrer Eigenschaften und der Reaktion der Bäume.

Ausgewertet wird auf Basis der gemessenen pflanzenphysiologischen Parameter und der dokumentierten Substrateigenschaften. Aspekte der Wirtschaftlichkeit können in einer späteren Einordnung berücksichtigt werden. Aussagen zu Wirkungen oder Bewertungen einzelner Substrate sind hier noch nicht enthalten.

Bilder aus dem Versuch

Kunststoffcontainer mit jungen Bäumen und beschrifteten Etiketten
Container mit Bäumen neben geöffneten Substratsäcken
Substrat in einem Big Bag mit einer Handschaufel
Container mit Bäumen auf einem Hubwagen
Container mit mehreren jungen Bäumen auf einer Palette
Dunkles Substrat in einem Big Bag mit Herstelleraufdruck
Reihe von Containern mit jungen Bäumen auf Paletten
Versuchsfläche mit vielen Containern auf Paletten

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