Titelbild: Felix Engelmann, Stadt Geisenheim
Wissenschaftlich begleitete Baumpflanzung
Das Rheingau-Stadion in Geisenheim ist seit Kurzem um 20 neu gepflanzte Bäume sowie mehrere heimische Sträucher reicher. Die Maßnahme dient als Ausgleich für Robinien, die in den vergangenen Jahren aus Gründen der Verkehrssicherheit an den Stadionhängen gefällt werden mussten. Mit der Nachpflanzung heimischer Arten wie Kornelkirsche, Walnuss, Esskastanie und Holunder wird die Biodiversität rund um die Sportanlage nachhaltig gestärkt – zumal das Umfeld bislang stark von den invasiven und aus naturschutzfachlicher Sicht umstrittenen Robinien geprägt war.

Ein Schwerpunkt der Pflanzaktion liegt auf der neu angelegten Baumreihe aus Kornelkirschen an der westlichen Tribüne. In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim University wurden hier 13 Bäume als wissenschaftlich begleitete Versuchspflanzung gesetzt. Ziel ist es, unterschiedliche Pflanzweisen direkt miteinander zu vergleichen.
Dabei kommen drei Bauweisen für die Pflanzgruben zum Einsatz:
- Pflanzung in den aufgelockerten Bestandsboden
- Pflanzung nach Bodenaustausch mit 3 m³ speziellem Baumsubstrat
- Pflanzung mit Beimischung von 0,85 m³ aktivierter Pflanzenkohle zum Boden
Während Baumsubstrat die Standortbedingungen für die Bäume verbessert, kann Pflanzenkohle zusätzlich positive Effekte auf den Wasserhaushalt, die Nährstoffverfügbarkeit und die langfristige Bindung von CO₂ im Boden haben. Im Rahmen des Projekts Black2GoGreen bringt die Hochschule Geisenheim ihr Fachwissen zur urbanen Nutzung von Pflanzenkohle ein und vernetzt Praxis und Forschung. Damit die Standorte vergleichbar sind, wurden vorab die Nährstoffgehalte in Boden und Substraten analysiert.


